Wir als Baugruppe und Baugemeinschaft

Wie andere Baugemeinschaften ist auch unsere Baugemeinschaft ein Zusammenschluss verschiedener privater Bauherren, die gemeinsam das Projekt "Wohnen für Generationen" planen, bauen und bewohnen wollen. Chance und Risiko dieses Projektes wird von daher auch nicht von einem Investor allein getragen, sondern anteilig von allen Beteiligten.

Für ein Projekt solchen Umfangs braucht es einen "neutralen Sprecher" oder auch einen Projektbegleiter, der die Vielfalt aller gut bündeln und an z.B. Architekten weitergeben kann. Diese Aufgabe übernimmt Contemplan - Dienstleistungen für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen mit Herrn Michael Kroll als Ansprechpartner.

Architektur

Das Architekturbüro Heide von Beckerath aus Berlin hat die Aufgabe übernommen, die konzeptionellen Ideen der Baugruppe in einen Gebäudekomplex umzusetzen, der sich durch modulare Bauweise, lichtdurchflutete Wohnungen und kommunikative Begegnungsräume im Innen und Außen auszeichnet.

Finanzen

Die Finanzierung ist ein wichtiges Thema und bedarf der individuellen Klärung. Möglich ist, direkt Wohnungseigentümer zu werden. Möglich ist auch, Mitglied einer Genossenschaft für nachhaltiges Bauen und nachbarschaftliches Wohnen zu werden. Wohnungen zu mieten ist die dritte Möglichkeit. Allerdings ist das Kontingent dafür sehr begrenzt und hauptsächlich Projekten wie "Wohnungen für Flüchtlinge" oder "Studierenden-WG" vorbehalten.

Genossenschaft

Unsere Genossenschaft Spiegelfabrik eG ist als Genossenschaft Teil der GbR wie jeder Wohnungseigentümer auch. Die Verzahnung der Genossenschaft mit der GbR geschieht auch umgehkehrt, indem die GbRler*nnen als Fördermitglieder in die Genossenschaft eintreten (können). Die Genossenschaft trägt ein fest definiertes Wohnungskontingent.

"Tübinger Modell"

Bewährt für die Organisation, das Konzept und auch für die Finanzen von Baugruppen hat sich das sogenannte "Tübinger Modell",  das wir als Vorbild für unsere Struktur auch gewählt haben.

Während der Planungs- und Bauzeit sind wir als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) firmiert. Damit haftet jeder Beteiligte entsprechend seinem Anteil an geplant und gebaut werdenden Wohn- und Gemeinschaftsflächen und nicht darüber hinaus.

Mit Ende der Bauzeit und Bezug der Wohnungen endet die GbR und geht in eine Wohneigentümergemeinschaft (WEG) über. Von den Beteiligten zu unterzeichnende Verträge gemäß den Rechtsvorschriften regeln sowohl jetzt die GbR als auch später die WEG.

Teilnehmende haben jeweils von dem Zeitpunkt an, zu dem sie der Baugemeinschaft vertraglich beitreten, ein Mitspracherecht in den Beschlüssen, können aber Beschlüsse, die in der Vergangenheit verbindlich gefasst wurden, nicht erneut in Frage stellen. So ist beispielsweise geklärt, dass eine Werkstatt zu den gemeinsam nutzbaren Gebäudeanteilen gehören wird. Aber auch für "Neueinsteiger" bleiben noch viele Punkte, die es zu entscheiden gilt...

Damit nicht jeder jeden Entscheidungsprozess mitgestaltet, ist jeder eingeladen, sich entsprechend seinen Vorlieben, Kompetenzen und zeitlichen Kapazitäten in einer der sechs Arbeitsgruppen (Konzept, Recht, Organisation& Finanzen, Bau, Grün- und Außenanlagen, Public Relations) zu engagieren.

Diese Arbeitsgruppen erleichtern auch das gegenseitige Kennenlernen, denn schließlich wollen wir als Wohneigentümer miteinander ein Projekt gestalten, in dem wir gut und gern werden leben können.

 

Schaubild zur Struktur der Baugemeinschaft:

(Grafik angelehnt an www.wohnprojekt-wien.at)